Lieber Barack, lass es einfach! Es hat doch keinen Sinn
von Harry Kayne am Aug.04, 2011, unter Politik
„Obama, Obama, du arma“, singt die Erste Allgemeine Verunsicherung auf ihrem Album „Neue Helden braucht das Land“. Und selten hatten sie so sehr Recht wie heute.
Lieber Barack Obama, du kamst als Held, als Strahlemann. Jetzt bist du nur noch ein müder Schatten mit Augenringen. Sind deine Haare grauer als noch zur Präsidentenwahl?
Doch warum tust du dir das an? Für so ein ausgesprochen dämliches Land. Es ist nicht zu übersehen, dass sich da ein ganzes Volks bereitwillig ausnehmen lässt wie eine Back-Ente nach dem Schlachten. Sie wählen die Republikaner, sogar die Bostoner Tea Party – Politiker, die nur das Geld anbeten, Reiche goutieren und Arme noch einmal so richtig anpissen, wenn sie vor ihnen bettelnd auf der Straße liegen. Sie prahlen lauthals damit, wie scheiße sie Steuern finden, ganz besonders für Reiche. Denn die sind ja sowieso schon so geplagt mit ihrem vielen Geld.
US-Wissenschaftler entwickeln dritte Hand fürs iPhone
von Harry Kayne am Jul.12, 2011, unter Gesellschaft
Lange genug war es ihnen ein Dorn im Auge, dass der Welt neues Trendspielzeug, das iPhone, andauernd eine Hand blockiert. Jetzt reagieren US-Wissenschaftler und entwickeln eine extra Hand für den Tratschtrichter mit dem angefressenen Appel.
Der künstliche Arm ist etwa 20 Zentimeter lang und über dem rechten normal gewachsenen Arm an der Schulter angebracht. Lang genug, um das iPhone rund um die Uhr ans Ohr oder vor die Lapichte halten zu können. Am Ende ist eine zweckmäßige Hand montiert. Sie ist mit zwei Daumen ausgestattet, damit der Apple-Kunde seine SMS mit dem neuen Zwei-Daumen-System tippen kann.
Zum Mittag gibt’s Lunch
von Harry Kayne am Jul.08, 2011, unter Gesellschaft
Nein, ich werde nicht müde, mich darüber aufzuregen, wie irgendwelche blasierten Management-Heinis unsere prima deutsche Sprache jedes Jahr ein bisschen mehr verwursteln.
Neuestes Ding: Die coolen Macker heutzutage gehen nicht mehr Mittag essen. Sie gehen zum Lunch (sprich: Lantsch). Und auch das Abendbrot haben sie abgeschafft. Stattdessen gibt es Diner. Es ist genauso dämlich wie der „Coffee to go“ – der Kaffee zum Weggehen – und „All you can eat“ – Friss dich voll -, es ist überflüssig und es ist ein weiterer Tritt in den Arsch unserer Sprache. Und nein, es ist auch nicht cool.
Es ist auch nicht cool „Biiiisiiii“ zu sein, anstatt einfach zu tun zu haben. Und die vielen „Miiiiiiiitings“ und „Braeinstormings“ klingen auch viel wichtiger als das, was sie eigentlich sind: Sitzungen und Diskussionsrunden.
Die Toleranz des Rauchers
von Harry Kayne am Jun.29, 2011, unter Gesellschaft
Es ist endlich an der Zeit, der wohl aufgeschlossensten und nächstenliebenden Gattung des Deutschen ein Denkmal zu setzen – dem Raucher.
Nicht in der Lage, die Pfote von der Fluppe zu lassen, durchziehen des Rauchers Nebelschwaden unseren Alltag. Weder Verbotsschilder noch der Wunsch nach einem Bahnhof mit durchsichtiger Luft können ihn abhalten. Wo er geht und steht, bläst er seinen übelriechenden Dunst in die Umwelt oder gleich direkt in unser Gesicht. Schon morgens wirkt die Bushaltestelle wie das Fernmeldeamt eines Indianerstammes. Vor den Türen der Geschäfte lungern bereits die Angestellten mit dem Tabakgeröll in der Fressspalte.
Versucht die Gesellschaft, sich per Gesetz vor dem Gewölk zu schützen, geht der Stinker solange auf die Barrikaden, lobbyiert und droht mit Kneipensterben, bis das Gesetz aufgeweichter ist als eine Kippe im Regen. Saufen kann man selbstverständlich nur mit Fluppe im Nebel.
Scheiße, ich hab kein iPhone, deshalb hab ich kein iPhone
von Harry Kayne am Jun.01, 2011, unter Gesellschaft, Wirtschaft
Es ist der lange Arm Steve Jobs’, dessen Hand mir durch mein Fernsehgerät hindurch eine schallende Backpfeife verpasst. „Wenn du kein iPhone hast“, knödelt die überlegene Gewinnerstimme aus der Mattscheibe, um sofort die epochale Erkenntnis nachzulegen: „Dann hast du kein iPhone.“ Scheiße, das ist hart. Und so verdammt ultracool schlussgefolgert.
Was der Doofschwätzer aus der Glotze aber nicht weiß: Ich pfeif’ auf seinen schnurlosen iErkram. Sollen sich doch andere über seine Apple-Apps erklären lassen, was sie gerade sehen, welche Musik sie mögen, wie Gesellschaft so geht, wie man sich richtig den Hintern abwischt, wie infantil Programmierer sein können und wo sie ihr Geld für besonders wenig Gegenleistung loswerden. Aber ohne mich.
Europäischer Gerichtshof privatisiert Justiz
von Harry Kayne am Mai.06, 2011, unter Politik
Sparen ist wichtig. Nur so kann Deutschland seine Schulden noch bedienen. Nun hilft sogar der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg per Urteil dabei mit. Und alle stimmen ein.
Ist ja auch wirklich eine clevere Idee von den Menschenrechtlern, nur noch die wirklich ganz schlimmen Jungs in Sicherheitsverwahrung zu stecken, bei denen man das vorher schon wusste. Quasi nur noch die, die schon immer „Die Sendung mit der Maus“ nur mit Dauerlatte gucken konnten und das auch zugegeben haben. Alle anderen können ruhig mal wieder raus. Nachträgliche Korrekturen widersprechen der Würde dieser … ähem … ja. Schließlich kostet Knast kräftig Kohle.



