Stuttgart 21: Staat zeigt seine Version der Demokratie
von Harry Kayne am Aug.27, 2010, unter Politik
Schöner als beim Monsterprojekt „Stuttgart 21“ kann unser heißgeliebter Staat gar nicht zeigen, was er von echter Demokratie hält. Da ist eine ganze Stadt gegen das wahnwitzige Vorhaben, einen unterirdischen Schnellbahnhof zu bauen, und trotzdem baggern die Bagger munter weiter. Dass das ganze so nützlich ist wie ein verstopftes Bahnhofsklo und so günstig wie ein Weltraumprogramm – wen stört’s? Alles nur Querulanten. Wissen nicht, was gut für sie ist. Alles für den Aufschwung.
Wie es auch Die Ärzte in ihrem sehr treffenden Lied „Die klügsten Männer der Welt“ besingen, tun auch hier die Stuttgarter Geistesleuchten genau das, was sie tun müssen. Und notfalls muss man dem Dummvolk auch mal zeigen, wo der städtebauliche Hammer hängt.
Großer Gorilla grinst ganz gerne
von Harry Kayne am Aug.26, 2010, unter Unterhaltung
Also ehrlich. Wenn der Bild schon ein im Sessel sitzender, sabbernder Köter eine Schlagzeile wert ist, bringe ich hier einfach mal eines meiner Lieblingsfotos, die ich im Dschungel von Ruanda geschossen habe. Vielleicht interessiert es ja.
Nachdem gut eine Stunde lang der Regen geprasselt war, kam die Sonne raus. Ich habe selten ein so friedliches, glückliches Bild gesehen wie von diesem Berggorilla, der die Sonnenstrahlen einsammelte. Aber seht selbst.
Als die Himmelsschleusen noch offen waren, hatten die Berggorillas noch so gekauert. War auch sehr unangenehm.
Ach ja, weil Medien gerne mal Bilder verwenden, die sie im Internet gefunden haben, folgendes: Jeder darf das Bild kostenlos nutzen, außer natürlich für sinnentstellende Dinge wie etwa Nazi-Scheiße. Als Quelle gebt ihr dann aber bitte mein Wörterkraftwerk.de an.
Wissenschaftler enthüllen: Hupen bringt nichts
von Harry Kayne am Aug.20, 2010, unter Gesellschaft
Sie hämmern den Handballen auf den Knopf und lassen ihn gern ein paar Sekunden drauf. Gern begleitet von etwas unanständigem Verbalem. Doch Wissenschaftler enthüllen nun: Das bringt nichts.
In einer aufwändigen Studie fanden Forscher des Vierrad-Instituts in Vorderheinzbach folgendes heraus: Fußgänger, Fahrradfahrer und andere Autofahrer lösen sich nicht in Luft auf, wenn man lange genug die Hupe betätigt. Ebenso öffnet sich trotz Hupvorgangs keine Bodenluke, die den störenden Verkehrskontrahenten verschluckt. Es öffnet sich nicht wie von Geisterhand eine Lücke im Verkehr, durch die der Behupte verschwinden kann, und er beginnt sich auch nicht zu entschuldigen. Selbst störende Bäume bleiben einfach stehen.
Um das herauszufinden verbrachten die Wissenschaftler über sechs Monate lang auf großstädtischen Verkehrsinseln, wo sie in Zelten übernachteten und ihre Ergebnisse gleich vor Ort auswerteten.
Mein Urlaub für den Aufschwung
von Harry Kayne am Aug.20, 2010, unter Wirtschaft
Ursula Frerichs vom Unternehmerverband mittelständische Wirtschaft hat Recht: Wir alle sollten auf zwei Wochen Urlaub verzichten. Das heißt, wenn wir sie überhaupt noch genommen haben. Alles für den Aufschwung. Denn er ist alles, was wir Deutschen noch haben. Für ihn lohnt es sich zu leben und totzuarbeiten.
Ich gehe noch etwas weiter und möchte hiermit komplett auf meinen Urlaub verzichten. Für die Konjunktur. Und um noch mehr zu leisten, werde ich meinen Haushalt auflösen, um künftig im Büro zu übernachten. Ich steige auf Fastfood um. Weg mit elend langen Mittagspausen. Sie schädigen nur unsere glorreiche Wirtschaft. Vorbei ist es auch mit anderen Zeitfressern wie Fernsehen, Sport, Kino. Ich will arbeiten und nicht einkaufen. Ach nein, shoppen sollen wir ja immer noch. Einer muss den Mist ja kaufen, den die Unternehmen fabrizieren.
Fifa erfindet neue Fußball-Regel: Das Argentinische Abseits
von Harry Kayne am Aug.10, 2010, unter Schön wär's, Sport
Es sind die Nachwehen der Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Frankreich überlegt, die Guillotine wieder einzuführen. Die Engländer saufen sich die Niederlage noch immer schön. Und auch der Fußballverband Fifa versucht, die Vergangenheit zu bewältigen.
Und so gibt es neuerdings das sogenannte „Argentinische Abseits“. Es ist eine weiterentwickelte Form des herkömmlichen Abseits, wird aber härter bestraft, weil es besonders blöd ist. Beim Argentinischen Abseits steht der Spieler entweder vier Meter weit im Abseits. Oder es stehen vier Spieler gleichzeitig im Abseits. Namenspate ist die argentinische Nationalmannschaft, die beide Formen in ihren Spielen gegen Mexiko und Deutschland eindrucksvoll vorstellte.
Wegen besonders hohem Dämlichkeitsfaktor wird das Argentinische Abseits mit Freistoß und anschließendem Idiotentest geahndet. Zudem müssen die Spieler drei Tage lang mit einer Maradona-Maske rumlaufen. Nur der Pranger ist schlimmer.
Psst! DHL braucht Ruhe
von Harry Kayne am Aug.09, 2010, unter Wirtschaft
Wie sollte ich die Kontakt-Politik der Päckchenwerfer von DHL sonst verstehen? Hier will der Teil eines ziemlich großen und fetten Konzerns, der sich Deutsche Post nennt, nicht weiter belästigt werden.
Wenn ich als Kunde eine Frage habe und die Herrschaften telefonisch wecken will, kostet mich das 14 Cent in der Minute. Soviel sollte mir eine Audienz beim Päckchen-Papst schon wert sein.
Okay, war es mir nicht, weshalb ich den Kontakt per Email wählte. Dass das ausgerechnet bei der Post gar nicht gut ankommt, hätte ich mir schon vorher denken müssen. Die Anfrage im Mai gestellt, warte ich noch heute auf Antwort oder gar Stellungnahme. Ich hatte das verbale „Bitte nicht stören!“-Schild fahrlässig ignoriert.






