Wörterkraftwerk

Etwas Mitleid für Raucher

von Harry Kayne am Jan.14, 2008, unter Gesellschaft

Ich muss zugeben, ich bin berührt. Derzeit fühle ich einfach nur noch Mitleid mit einer Randgruppe, der zum Jahresbeginn das wohl größte Unrecht zuteil wurde, seit es Menschen gibt. Raucher dürfen nicht mehr rauchen, wo sie wollen. Mit dem neuen Anti-Rauchergesetz wurde ihnen die Menschenwürde genommen und die persönliche Freiheit empfindlich eingeschränkt. Man hatte ihnen mental die Eier abgeschnitten.

Hilflos musste ich mit ansehen, wie in einer Fernsehsendung eine verdiente Raucherin des Volkes in die Kamera schluchzte. Sie war vermutlich Mitte 30, sah aber wie alle anderen Raucher auch zehn Jahre älter aus. „Wir zahlen so viele Steuern“, weinte sie. Und somit sei das total unfair, sie und die anderen Stinker vom gesellschaftlichen Geschehen einfach auszugrenzen und nur noch mit ihresgleichen in kleinen Mief-Séparées zusammenzupferchen. Ich sah das ähnlich. Es wird ziemlich hart für sie werden, wenn sie ab sofort ihr Leben nur noch mit anderen dampfenden, müffelnden und röchelnden Zeitgenossen verbringen soll. Keine Menschen mehr mit normaler Gesichtsfarbe und nur noch Nebel um sich herum. Furchtbar.

Auch das Argument mit den Steuern dürfte stimmen. Was ein Raucher heutzutage für seine Sucht auf den Tisch legen muss, da bleibt selbst nach Abzug der Lungenentnahme und weiteren Krebs-Operationen garantiert noch etwas für den Staat übrig. Und die Rentenkasse entlasten sie durch rechtzeitiges Ableben auch noch. Ich senkte plötzlich meinen Kopf vor Dankbarkeit gegenüber den Tabak-Fans.

Eine weitere Branche, um die ich inzwischen bange, ist die Chemie. Immerhin machte Henkel einen Riesenumsatz damit, dass jeder Deutsche nach einem Kneipenbesuch sein gesamtes Outfit durchwaschen musste. Heute genügt ein Spritzer Febreze um den Essengeruch auszutreiben, und gut is’. Die nächsten Quartalszahlen  der Persil-Produzenten dürften interessant werden.

Ich persönlich finde das neue Gesetz trotzdem nicht schlecht. Für mich erhöht sich die Lebensqualität deutlich. So stellte ich einmal nach einer kleinen Weihnachtsfeier fest, dass ich völlig auf Droge war, obwohl ich keinen Schluck Alkohol getrunken hatte. Die Lösung: Von 13 Gästen haben 10 geraucht. Ich hätte genau so gut meinen Kopf den ganzen Abend vor einen Dieselauspuff halten können. Das wäre gesünder gewesen. Mich würde im Gegenzug mal interessieren, was ein Raucher sagen würde, wenn ich den ganzen Abend direkt neben ihm pausenlos einen fahren ließe. Ist ja schließlich auch mein gutes Menschenrecht, oder?

Vielleicht wage ich dieses Experiment eines Tages nach einer schönen Dose Bohnen. Dann würden unsere rauchenden Freunde endlich kapieren, was sie uns Nichtrauchern jahrelang angetan haben. Allerdings schreibe ich vorher mein Testament, denn leider werden Menschenrechte nicht überall toleriert…

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• Dit Kopireit von den janzen Kram hier liecht beim Harry Kayne. Wer einfach abschreibt, ohne su fragn, is doof und stinkt. Allerdings kann der Harry ja dumme Abschreiber ooch nich einfach fahaun, oder? •

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