Steinbrücks wahre Worte
von Harry Kayne am Jul.13, 2009, unter Finanzen, Politik, Wirtschaft
Gut gebrüllt Herr Steinbrück. Ihre Zweifel zur Rentengarantie sind völlig richtig und gut durchdacht, nur leider vor der Wahl völlig daneben. Denn immerhin wollte die Regierung doch durch ihr Versprechen, die Renten nicht zu kürzen, die brüchigen Stimmen der Generation Silberhaar für die nächste Wahl reservieren. Und da kommt unser Finanzminister und sagt solche unpopulären Worte. Aber im Ernst: Dafür mag ich ihn ja irgendwie.
Denn schauen wir uns die Renten an, werden wir erkennen, dass sie nicht zu niedrig sondern zu ungleich verteilt sind. Ich stelle die Rentnerin aus Bautzen mit 600 Euro im Monat einer Bayerin gegenüber, die mal eben 3.000 Euro abkassiert – meinetwegen inklusive Witwenrente. Passt irgendwie trotzdem nicht.
Und auch der zweite wichtige Satz unseres Finanzministers passt genau: “Die Gekniffenen sind die 25- bis 35-Jährigen, die Kinder in die Welt setzen wollen”, zitiert der „Spiegel“ Steinbrück. “Um diese Generation müssen wir uns stärker kümmern.” Wird auch Zeit. Denn in einem Land, in dem ich ein Viertel meines Monatseinkommens für den Kindergartenplatz hinblättern muss – wenn ich überhaupt einen bekomme – in dem bin ich nicht nur gekniffen. In dem bin ich regelrecht angeschissen.
Ein Land, das sich nicht um seine Kinder kümmert – kein Geld für vernünftige Jugendclubs, kein Geld für kostenlose Sportvereine – hat einfach keine Zukunft. Und wer soll dann künftig die Renten bezahlen?
Diesen Eintrag drucken



