Das Staunen in den Daunen: Sex wird verschätzt
von Harry Kayne am Aug.31, 2009, unter Gesellschaft
Es ist merkwürdig, aber geht es um den schönsten Rhythmus der Welt, gibt es die lustigsten Meinungen zu bestaunen. Die einen unterschätzen ihn, die anderen überschätzen ihn, manche machen beides gleichzeitig. Und insgesamt verschätzen sie Sex völlig.
Das erste Mal: Wie ist es eigentlich zu erklären, dass sich noch immer Menschen bis zur Ehe für den anderen „aufheben“ wollen? Die Frage, die diese Personen sich stellen lassen müssen, lautet: WAS heben sie eigentlich für den Partner auf? Der Gedanke der Reinheit ist angesichts unserer heutigen hygienischen Leistungsfähigkeit nur schwer vermittelbar. Im Grunde genommen ist es nur die grandiose Unerfahrenheit, die der Ungebumste seinem Ehepartner aufbürdet. Und gleichzeitig damit verbunden auch die Aufgabe, diese Unerfahrenheit zu beseitigen. Ein Bildungsauftrag, auf den ich beispielsweise gerne verzichten könnte. Und was die berühmt-berüchtigten Jungfrauen-Knacker an ihrem Hobby so toll finden, habe ich bis heute noch nicht verstanden. In dieser Hinsicht wird Sex, insbesondere das erste Mal, völlig überschätzt.
Unterschätzte Trennungsgefahr: Unterschätzt wird dagegen gerne, welche Wirkung eine unbefriedigende Schlafzimmer-Aktivität auf die Qualität einer Beziehung haben kann. Nicht umsonst fährt man auch Fahrräder, Motorräder und Autos vor dem Kauf ausgiebig Probe. Warum also den potenziellen Partner nicht nur zum Essen oder ins Kino ausführen sondern auch mal checken, wie es in der Kiste so rappelt? Richtig schlimm wird es, wenn schon die Ringe getauscht sind, und anschließend in den Daunen das große Staunen einsetzt. Dann heißt es entweder scheiden lassen, ziemlich häufig fremdgehen oder tote Hose bis ans Lebensende. Prost Mahlzeit. Hier wird Sex eindeutig unterschätzt.
Ein spannendes Thema und ein ziemlich weites Feld. Eure Meinungen?
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