Einfach mal Fresse halten, NPD!
von Harry Kayne am Sep.20, 2009, unter Politik, Sport
Oh Mann, NPD. Hat euch eigentlich niemand mal den besten Ratschlag von Dieter Nuhr überhaupt mitgeteilt? Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten. Haltet euch doch bitte endlich einmal dran. Gerade wenn es um Fußball geht.

Wirkt der NPD nicht deutsch genug: Nationalverteidiger Patrick Owomoyela
Nehmen wir mal den jüngsten Gehirn-Ausfall von eurem Pressesprecher Klaus Beier. Da nennt er unsere Mittelfeld-Rakete Mesut Özil einen Plaste-Deutschen oder auch Ausweis-Deutschen. Davon ganz abgesehen, dass auch ich laut meinem Ausweis ein Deutscher bin – was will uns der Beier damit sagen? Dass Özil wahrscheinlich keinen lupenreinen arischen Stammbaum nachweisen kann? Und wenn schon. Ich wüsste zu gern, ob bei Beiers Vorfahren in Bayern nicht vielleicht auch der eine oder andere Ausländer oder vielleicht sogar Außerirdische mitgemischt hat.
Ich weiß ja, NPD, ihr steht auf das arische Reinheitsgebot. Ihr habt die vielen Theorien, die euch euer reinrassiger, großer, blonder und blauäugiger Führer gelehrt hat. Aber mal im Ernst, wer soll denn den Scheiß überhaupt noch glauben? Abgesehen von ein paar unterbelichteten Glatzenköppen und einem verstrahlten Anwalt aus Hamburg Blankenese.
Da hat unser nationaler Außenverteidiger Patrick Owomoyela einen afrikanischen Vater – au weia, und dann spielt der auch noch rechts! Darf der das? Und auch der Gerald Asamoah bringt eindeutig zu viel Farbe ins Spiel. Ei-ei-ei. Da muss schon mal eine Kampagne her, für mehr Reinheit im deutschen Spiel.
Oh Mann, NPD. Wir haben das dritte Jahrtausend. Menschen fliegen in Nullkommanischt um den Globus. Sie arbeiten, wo es ihnen gefällt. Wer mag, spricht gleich mal drei Sprachen. Alles ist vernetzt. Und wenn ihr dann immer noch lauter blonde und blauäugige Bubis in der Nationalmannschaft haben wollt, dann müsst ihr die klonen. Aber vorher heißt es einfach mal: Fresse halten!
Foto: Wikipedia / Christoph H.
Diesen Eintrag drucken




September 21st, 2009 on 12:50
Kleine Klugscheisserei am Rande:
Dieter Nuhr zitiert in seinem postpubertären Leichtsinn natürlich Ludwig Wittgenstein. Global gesehen dürfte der bekannter sein als Dieter Nuhr.
In dessen “tractatus logico-philosophicus” heißt es wörtlich (im letzten Satz):
“Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen.”
Damit referenziert er auf die Weltsicht in seinem Frühwerk, nach der die Grenzen der Sprache auch die Grenzen der Welt seien.