Die rätselhafte Stimmungsschwankung der Börsianer
von Harry Kayne am Nov.23, 2009, unter Finanzen
Börsianer oder auch Spekulanten, Investoren und ähnliches Geldgesocks sind eine rätselhafte Spezies. Vor allem ihre Stimmungsschwankungen stellen selbst die einer Frau kurz vor der Menstruation ganz locker in den Schatten.
Denken wir nur einmal zurück in den Frühjahr. Das ist im normalen Leben kein allzu großer Zeitsprung, in Börsenzeit dagegen eine halbe Ewigkeit. Einen Dax-Stand von unter 3.000 Punkten sagte das uniforme Heer der Analysten voraus. Und mit steigenden Kursen wird das so schnell nix mehr. Der Börsensaal war voll mit flennenden Händlern. Investmentbanker war zum Schimpfwort geworden.
Alles war nur noch dramatisch: der Einbruch der Industrieproduktion, des Exports, des Handels, der Manager-Bonis, der Gesundheitszustand von Patrick Swayze und Robert Enke – bei letzterem wusste das nur keiner.
Den besonders schönen Blödsinn des Online-Instituts Saxo Bank gibt es nochmal hier.
Nicht mal ein Jahr später: 2010 wird ein gutes Aktienjahr, tröten sie jetzt, die sich noch im Februar an ihren roten Börsianer-Hosenträgern aufhängen wollten. Und so schlimm sei die Lage ja nun doch nicht. Huch, die Welt geht ja doch nicht unter, und überhaupt.
Keiner weiß, was die Geldjongleure genommen haben, um solche Stimmungsschwankungen hinzukriegen. Ich habe nur einmal mehr gelernt: Wir sollten den Scheiß, den sie in ihrem nutzlosen Leben absondern, einfach nicht mehr glauben.
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November 27th, 2009 on 22:22
Na, auch die aktuelle SPIEGEL-Titelgeschichte gelesen?
November 30th, 2009 on 09:51
Nee, noch nicht. Scheint aber meine Meinung irgendwie zu bestätigen.