Was sich nach dem Enke-Selbstmord ändern wird
von Harry Kayne am Nov.12, 2009, unter Gesellschaft
Der schlimme Tod von Nationaltorhüter Robert Enke – er wird den lang ersehnten Hallo-Wach-Effekt auslösen. Ganz sicher. Unsere Gesellschaft wird die bisher stets als Schlappheit abgekanzelte Krankheit namens Depression endlich als das akzeptieren, was sie wirklich ist: Ein höchst unangenehmer Auswuchs unserer Zivilisation und des kontinuierlich verstärkten Drucks auf jeden Einzelnen von uns, doch bitteschön reibungslos zu funktionieren.
Allen voran werden die Fußballvereine in eine bessere Welt schreiten. Sie werden ihre Gewinnsucht und den Erfolgsdruck etwas drosseln, da bin ich ganz sicher. Die Rummenigges und Staudts dieser Welt werden nach Niederlagen nicht mehr ganz so scharfe Töne anschlagen. Junge Spieler werden genug Zeit bekommen, sich zu entwickeln, und nicht mehr durch zu schnelles und zu vieles Geld versaut werden.
Überhaupt wird unsere Gesellschaft menschenfreundlicher werden. Profite werden nicht mehr auf Platz 1 der Konzern-Wunschlisten stehen. Eher andere Dinge: Glück und Zufriedenheit der Mitarbeiter, anständig behandelte Kunden und eine gewisse Ethik generell. Eine Selbstmordserie wie kürzlich bei France Telecom gehört endgültig der Vergangenheit an. Produktivitätssteigerungen werden nicht mehr auf dem Rücken unserer Umwelt oder den dritten Ländern ausgetragen. Auch schwache Menschen werden beachtet.
All das wird genau so sicher passieren, wie unsere Regierung die Steuern senken wird und Bruce Willis nach dem 11. September 2001 keinen Action-Helden mehr spielt.
Wer’s glaubt.
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