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Neuer bedenklicher Trend: Das Scheiße-Labern

von Harry Kayne am Feb.04, 2010, unter Gesellschaft

Wie schön war doch die Zeit, als interviewte Menschen noch wirklich Substanz in ihre Worte legten, vor dem Reden nachdachten und sich nicht als abgehobene Bessergestellte präsentierten. Das ist heute anders. Heute gibt es die Scheiße-Laberer.

Jüngstes Beispiel ist unser Volksvertreter (!) Philipp Rösler, seines Zeichens Gesundheitsminister. „Sonst kann man ja auch wechseln“, schnöselte der Aufsteiger besorgten Normalsterblichen entgegen, die vom Dauerblechen an die Krankenkassen berechtigterweise die Schnauze voll haben.

Dass es langsam schwierig wird, eine Krankenkasse zu finden, die nicht andauernd die Gichtgriffel aufhält, das käme dem FDPler nicht in den Sinn. Wie auch? Seine Wähler sind zum größten Teil privat krankenversichert und auf drei Heiermänner im Monat nicht wirklich angewiesen. Ob Rösler selbst auch den Gruppentarif nutzt, den die FDP-Flitzpiepen bei der DKV bekommen? Wer weiß. Es würde zumindest seine Antwort erklären.

Ein kleiner Klassiker des Scheiße Laberns ist bereits der Spruch: „Ich bin auch nur ein Banker, der Gottes Werk verrichtet“, von Goldman-Sachs-Chef-Lautsprecher Lloyd Blankfein. Leider war es bis dahin nicht bekannt, dass Gott auch eine kleine Kreditagentur betreibt, Leute mit Zertifikaten bescheißt, Rohstoffpreise aufbläst, an Währungen rumspielt, als seien sie ein Pimmel, die Wirtschaft vernichtet und am Ende flennend zum Steuerzahler rennt und Geld will. Gott ist unergründlich, und Lloyd Blankfein zeigte uns nun auch seine hässliche Seite.

Wie glatter Science Fiction klingt sogar das, was Deutsche-Bank-Plauderer Josef Ackermann in Davos anmahnt: Eine Mäßigung der Banken. Nur kann er genau so gut einen Hund vor den vollen Fressnapf setzen und ihn bitten, eine Diätpause einzulegen. Oder wie wahrscheinlich ist es tatsächlich, dass ein Top-Banker plötzlich sagt: „Ach nee, ich lass das Geschäft mal aus. Lass mal die Million stecken. Ich soll nicht mehr so doll“? Eben.

Die Liste der Scheiße-Laberer ist lang: Politiker entdecken plötzlich moralische Bedenken wegen der Steuerhinterzieher-Daten. Detlef D. Soost behauptet, Popstar zu sein wäre das Beste, was einem passieren kann. Pro7 liebt es, uns zu unterhalten.

Sie sind inzwischen überall.

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2 Kommentare vorhanden

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• Dit Kopireit von den janzen Kram hier liecht beim Harry Kayne. Wer einfach abschreibt, ohne su fragn, is doof und stinkt. Allerdings kann der Harry ja dumme Abschreiber ooch nich einfach fahaun, oder? •

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