Psst! DHL braucht Ruhe
von Harry Kayne am Aug.09, 2010, unter Wirtschaft
Wie sollte ich die Kontakt-Politik der Päckchenwerfer von DHL sonst verstehen? Hier will der Teil eines ziemlich großen und fetten Konzerns, der sich Deutsche Post nennt, nicht weiter belästigt werden.
Wenn ich als Kunde eine Frage habe und die Herrschaften telefonisch wecken will, kostet mich das 14 Cent in der Minute. Soviel sollte mir eine Audienz beim Päckchen-Papst schon wert sein.
Okay, war es mir nicht, weshalb ich den Kontakt per Email wählte. Dass das ausgerechnet bei der Post gar nicht gut ankommt, hätte ich mir schon vorher denken müssen. Die Anfrage im Mai gestellt, warte ich noch heute auf Antwort oder gar Stellungnahme. Ich hatte das verbale „Bitte nicht stören!“-Schild fahrlässig ignoriert.
Warum ich das tat, bei einem so reibungslos flutschenden Unternehmen wie DHL? Na, ich wollte mir was liefern lassen. In die Firma. Ist ja immer jemand da, der den Kram entgegennimmt. War aber angeblich nicht der Fall. Also Paket am DHL-Stützpunkt eingelagert, keinen Zettel reingeschmissen – wie so ziemlich oft – und das Ding nach sieben Tag ungelocht zurück. Zack, nochmal 5,90 Euro Porto für den zweiten Versuch. Sicherlich ein Popelbetrag für ein Unternehmen, das in diesem Jahr 1,3 Milliarden Euro Gewinn machen will. Und für mich damit sicher auch. Und ganz im Vertrauen: Es war nicht das einzige Mal.
Spätestens seit der Deutschen Telekom und einigen Banken wissen wir, dass bei einem börsennotierten Unternehmen der Aktionär in der Nahrungskette ein paar Stufen über dem Kunden steht. Ohne saftige Gewinnspanne springt der nämlich ab, und dann kann der Kunde mal richtig dumm gucken, so ganz ohne Unternehmen. Gleiches gilt bei der Deutschen Bahn, die dem Staat künftig eine saftige Dividende zahlen soll, nachdem das mit dem normalen Börsengang einfach nicht klappen will. Fahrgaststeuer mal anders.
Ein fragender oder gar nörgelnder Kunde ist bei solchen Entscheidungen nur im Weg. Hier geht es um Höheres. Um Geld. Das müssen wir verstehen.
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August 9th, 2010 on 22:49
Dann werd doch auch DHL-Aktionär!
August 9th, 2010 on 22:58
Ich war mal Post-Aktionär. Sogar mit Gewinn.
August 10th, 2010 on 08:58
Hatte auch mal so eine Telefonbegegnung der dritten Art. War aber nicht DHL, sondern noch Deutsche Post. Der “freundliche” Servicemitarbeiter vermittelte mir jedoch auch das Gefühl, dass ich ihn von irgendetwas Wichtigem abgehalten habe… die Zeiten ändern sich, aber nicht die Mitarbeiter von Post/DHL…