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Plädoyer für ein bewussteres Ficken
by Harry Kayne on Mrz.05, 2010, under Gesellschaft
Jetzt kriegen wir endlich täglich um die Ohren gehauen, wohin dieser ganze Zölibat-Scheiß am Ende führt: Gottesfürchtige, freiwillige geistige Eunuchen holen sich lieber ein paar Halbwüchsige in die Koje. Immerhin petzen die nicht, nachdem man sie durchgeorgelt hat. Gottesfurcht ist schon eine tolle Sache.
Ebenso wie das dämlichste Vorhaben, das ich je gehört habe: Kein Sex vor der Ehe. Meine Frage: Wer hat jemals ein Auto gekauft, ohne es vorher Probe gefahren zu haben? Wer hat jemals eine Wohnung gemietet, ohne Besichtigung? Eben. Und es gab schon weitaus simplere Scheidungsgründe als die Enttäuschung im Bett.
Deshalb tritt Wörterkraftwerk für ein bewussteres Ficken ein. Einfach mal den Schniedel gerade sein lassen, kräftig was wegstecken, eine kleine Landpartie machen. Probiert es aus, rammelt mal wieder, und steht vor allem dazu. Das Mittelalter ist schon lange vorbei, die heilige Inquisition gibt es nicht mehr – zumindest nicht offiziell. Aber denkt dabei immer an die Verhütung und den AIDS-Schutz.
Warum krakelen die Griechen eigentlich so?
by Harry Kayne on Feb.26, 2010, under Finanzen, Politik
Kann mir eigentlich mal jemand erklären, warum unsere lieben Euro-Bomber vom Peloponnes gerade so rumschreien wie am Souvlaki-Spieß? Ich kann es nicht.
Immerhin haben sie sich finanziell übernommen, ihre staatlichen Finanzen aber mithilfe unserer Lieblingsgroßbank Goldman Sachs geschönt. Und so richtig geleistet haben sie in jüngerer Vergangenheit auch nichts. Okay, sie waren Europameister, aber selbst dafür brauchten sie einen deutschen Trainer.
Dann wagt es das personifizierte Böse, also Deutschland, sie zu kritisieren, und sie holen das alte Totschlag-Schäm-Dich-Symbol aus der Tasche: Das Hakenkreuz. Schon komisch, diese Logik.
Also wenn mich jemand erhellen kann, warum die Deutschen wieder an allem Schuld sind und unser Land mal wieder nur aus Nazis besteht, der schreibe mir bitte oder nutze die Kommentar-Funktion.
Danke.
Olympiade: Die Kehrseite der Medaillen
by Harry Kayne on Feb.20, 2010, under Sport
Toll, wir haben endlich wieder eine Olympiade. Wir können der Welt wieder beweisen, dass wir zwar zu doof sind, einen Staat zu finanzieren, richtig zu wählen und ein Autounternehmen abzuwickeln. Medaillen abräumen, das können wir aber noch immer. Hier hat uns China, das Land der Mittelmäßigkeit, noch nicht überholt. Und damit es jeder weiß: Sollen sie doch Exportweltmeister bleiben, wir haben es ja gar nicht nötig.
Und so beginnt in diesem Ausnahmezustand jeder Morgen mit dem Blick auf den Medaillenspiegel. Und wie im Krieg bei Sonnenaufgang die nächtlichen Verluste betrachtet werden, teilt uns ein grimmig dreinblickender Moderator die Erfolge – oder die nicht akzeptablen Misserfolge – mit.
Spektakulärer Selbstversuch: Haifänger schneiden sich Arme und Beine ab
by Harry Kayne on Feb.15, 2010, under Schön wär's
In einer bislang beispiellosen Aktion haben japanische und chinesische Haifänger nun Hand an die eigenen Gliedmaßen gelegt. Sie schnitten sich gegenseitig Arme und Beine ab und ließen sich anschließend ins Meer fallen. „Wir wollen nachvollziehen, wie es Tieren geht, denen wir täglich die Flossen abschneiden, um sie danach wieder ins Meer zu werfen. Für einen Teller Suppe im Nobelrestaurant, der nicht einmal sonderlich gut schmeckt“, sagte einer der Aktivisten kurz vor seinem Tod.
Die Haifänger überraschte vor allem die Erkenntnis, wie schmerzhaft die Prozedur ausfiel. „Wir dachten immer, das seien nur Fleischwunden. Aber es tut richtig weh und blutet sehr stark“, meinte ein Japaner, der von Wörterkraftwerk nicht namentlich genannt werden will. Durch den Muskel zu kommen, sei ja noch recht gut zu meistern. Aber der Knochen stelle da schon eine sehr viel härtere Nuss dar. Schmerzhafte Splitterbrüche und langwierige Sägearbeiten machten den Experimentierfreudigen ziemlich zu schaffen.
Offener Brief an Guido Westerwelle
by Harry Kayne on Feb.12, 2010, under Politik, Wirtschaft
Lieber Herr Westerwelle,
ich schreibe Ihnen als Vertreter des von Ihnen so geschätzten Mittelstands. Ich bin zwar keine verheiratete Kellnerin, zähle mich aber zur arbeitenden Bevölkerung und nicht zu den faulen Kackbratzen, die sich mit Hartz IV auf die faule Haut legen (gefällt Ihnen die Wortwahl?).
Zunächst muss ich Sie jedoch fragen: Haben Sie eigentlich ihr Gehirn eingeschaltet, es vielleicht sogar irgendwann mal benutzt, oder haben Sie einfach nur nicht alle Tassen im Schrank? Gerade letzteres liegt ein bisschen auf der Hand. Denn die Hartz-IV-Unterstützung mit einem anstrengungslosen Wohlstand zu vergleichen, erfordert entweder eine Menge Fantasie oder eben jene Weltfremdheit, die in unserer Politiklandschaft leider schon viel zu stark um sich greift.
Ich will jetzt auch staatliche Hilfe
by Harry Kayne on Feb.10, 2010, under Politik, Wirtschaft
Ort meiner Erlösung - das Bundesministerium der Finanzen in Berlin (Foto: Peter Kuley/Wikipedia)
Ich habe einen Plan, wie ich meine chronische Unterfinanzierung endlich in den Griff bekomme. Ich beantrage Staatshilfe. Ich denke, anderthalb Millionen Euro reichen für die kommenden zehn Jahre oder so aus. Das heißt, wenn ich es nicht einem Finanzberater in der Bank anvertraue.
Die Voraussetzungen für staatliche Hilfe erfülle ich ja: Ich verprasse leidenschaftlich gerne Geld. Ich habe nichts Vernünftiges gelernt, schon gar nicht aus eigenen Fehlern. Ich halte sehr viel von mir, und täglich wird es mehr. Und zur Not gehe ich auch mal mit einem Politiker ins Bett.



