Finanzen
Warum krakelen die Griechen eigentlich so?
by Harry Kayne on Feb.26, 2010, under Finanzen, Politik
Kann mir eigentlich mal jemand erklären, warum unsere lieben Euro-Bomber vom Peloponnes gerade so rumschreien wie am Souvlaki-Spieß? Ich kann es nicht.
Immerhin haben sie sich finanziell übernommen, ihre staatlichen Finanzen aber mithilfe unserer Lieblingsgroßbank Goldman Sachs geschönt. Und so richtig geleistet haben sie in jüngerer Vergangenheit auch nichts. Okay, sie waren Europameister, aber selbst dafür brauchten sie einen deutschen Trainer.
Dann wagt es das personifizierte Böse, also Deutschland, sie zu kritisieren, und sie holen das alte Totschlag-Schäm-Dich-Symbol aus der Tasche: Das Hakenkreuz. Schon komisch, diese Logik.
Also wenn mich jemand erhellen kann, warum die Deutschen wieder an allem Schuld sind und unser Land mal wieder nur aus Nazis besteht, der schreibe mir bitte oder nutze die Kommentar-Funktion.
Danke.
Die schweigsame Kommunikation der DAK
by Harry Kayne on Jan.27, 2010, under Finanzen
So komisch es klingt: Aber unsere Krankenkassen machen mich langsam krank. Sie saugen uns die mühevoll gefüllten Taschen leer wie ein Blutegel die Gefäße. Und ist mal nix in der Tasche – egal, das Gesetz ist ja auf ihrer Seite. Krankenkassen greifen einfach zu.
Daran haben wir uns ja irgendwie schon gewöhnt, trotz der stets wiederkehrenden Versprechen, das sei die vorerst letzte Beitragserhöhung. Nerviger ist dagegen die neue Heimlichkeit gegenüber den eigenen Beitragszahlern. So mussten wir erst jetzt aus der Presse erfahren, dass unter anderen das „Unternehmen Leben“, DAK (Deutsche Angestellten-Krankenkasse), zwar nicht den Beitrag erhöht, dafür aber einen fröhlichen Zusatzbeitrag erhebt. Das ist ungefähr so verlogen wie ein konstanter Kinoeintritt, und Cinemaxx erhebt dafür plötzlich eine Sitzplatzmiete.
Schmeißfliegen-Alarm: Mehr Netto macht die Banken geil
by Harry Kayne on Jan.18, 2010, under Finanzen
Wenn ich einmal eines schönen Tages einen großen Haufen in den Wald scheiße, rücken sofort jede Menge Schmeißfliegen an, um sich über die frische Leckerei her zu machen. Dem Hund im Stadtpark oder an der Bushaltestelle geht es nur unwesentlich anders.
Finanzberater verhalten sich kaum besser als unsere geflügelten Freunde mit den Komplexaugen. Zwar stehen sie nicht so offensichtlich auf Scheiße, dafür aber unsere hart verdiente Kohle. Jüngstes Beispiel ist das Anfang dieses Jahres in Kraft getretene Bürgerentlastungsgesetz. Zur Erinnerung: Vatter Staat erlaubt uns gnädigerweise, ein paar der überteuerten Pflichtversicherungen von der Steuer abzusetzen (Beispiele hier).
Die rätselhafte Stimmungsschwankung der Börsianer
by Harry Kayne on Nov.23, 2009, under Finanzen
Börsianer oder auch Spekulanten, Investoren und ähnliches Geldgesocks sind eine rätselhafte Spezies. Vor allem ihre Stimmungsschwankungen stellen selbst die einer Frau kurz vor der Menstruation ganz locker in den Schatten.
Denken wir nur einmal zurück in den Frühjahr. Das ist im normalen Leben kein allzu großer Zeitsprung, in Börsenzeit dagegen eine halbe Ewigkeit. Einen Dax-Stand von unter 3.000 Punkten sagte das uniforme Heer der Analysten voraus. Und mit steigenden Kursen wird das so schnell nix mehr. Der Börsensaal war voll mit flennenden Händlern. Investmentbanker war zum Schimpfwort geworden.
Alles war nur noch dramatisch: der Einbruch der Industrieproduktion, des Exports, des Handels, der Manager-Bonis, der Gesundheitszustand von Patrick Swayze und Robert Enke – bei letzterem wusste das nur keiner.
Den besonders schönen Blödsinn des Online-Instituts Saxo Bank gibt es nochmal hier.
Der arme arme Ackermann
by Harry Kayne on Nov.20, 2009, under Finanzen, Wirtschaft
Nein, der Chef von Deutschlands Vorzeigeinstitut, der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat es dieser Tage wirklich nicht leicht. Erst lehnt sich das blöde deutsche Volk gegen ihn auf, anstatt ihm für seine Verachtung innig zu danken. Und dann machen ihn auch noch alle wegen der von Kanzlerin Merkel gesponsorten Geburtstagsparty an. Ein echt mieses Jahr.
Und jetzt das: Der Traum seines Lebens, eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent, wird nun wahrscheinlich platzen. Schuld sind die bösen Regulatoren, die ein sicheres Bankensystem verlangen. Nur ist das eben nicht mehr ganz so rentabel.
Richten wir uns also auf magere Zeiten ein. Die deutschen Banken werden nicht zur Weltelite aufsteigen, deren Vorstände müssen sich mit einem Porsche weniger pro Jahr begnügen. Wütende Aktionäre werden im Frankfurter Bankenviertel Amok laufen oder sich gleich in den Börsensaal hängen. Das Land wird im Chaos versinken.
Die Unwort-Kandidaten des Jahres 2009
by Harry Kayne on Okt.30, 2009, under Finanzen, Gesellschaft, Politik, Unterhaltung, Wirtschaft
Liebe Leser, natürlich ist das Jahr 2009 noch nicht vorbei. Trotzdem haben sich bereits einige heiße Kandidaten herauskristallisiert, die es problemlos zum Unwort des Jahres 2009 schaffen könnten. Hier meine Vorschläge:
Google-Optimierung (auch: Search Engine Optimization, SEO)
Es ist schon erstaunlich, wie sich eine ganze World-Wide-Web-Welt vor dem Suchmaschinengigant bückt und kräftig durchorgeln lässt. „Ei, ist denn die Überschrift auch suchmaschinenoptimiert?“, heißt es bei jedem Internet-Eintrag nur noch. Und bringe doch bitte möglichst viele google-relevante Suchbegriffe im Text unter – egal, ob er sich anschließend einfach nur noch scheiße liest. So einen vorauseilenden Gehorsam Brechung des eigenen Willens habe ich seit der DDR nicht mehr erlebt. Und: Ja, ich habe vorher geschaut, wie oft der Begriff „Unwort“ gegoogelt wird. Ist nicht doll.
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