Gesellschaft
Plädoyer für ein bewussteres Ficken
by Harry Kayne on Mrz.05, 2010, under Gesellschaft
Jetzt kriegen wir endlich täglich um die Ohren gehauen, wohin dieser ganze Zölibat-Scheiß am Ende führt: Gottesfürchtige, freiwillige geistige Eunuchen holen sich lieber ein paar Halbwüchsige in die Koje. Immerhin petzen die nicht, nachdem man sie durchgeorgelt hat. Gottesfurcht ist schon eine tolle Sache.
Ebenso wie das dämlichste Vorhaben, das ich je gehört habe: Kein Sex vor der Ehe. Meine Frage: Wer hat jemals ein Auto gekauft, ohne es vorher Probe gefahren zu haben? Wer hat jemals eine Wohnung gemietet, ohne Besichtigung? Eben. Und es gab schon weitaus simplere Scheidungsgründe als die Enttäuschung im Bett.
Deshalb tritt Wörterkraftwerk für ein bewussteres Ficken ein. Einfach mal den Schniedel gerade sein lassen, kräftig was wegstecken, eine kleine Landpartie machen. Probiert es aus, rammelt mal wieder, und steht vor allem dazu. Das Mittelalter ist schon lange vorbei, die heilige Inquisition gibt es nicht mehr – zumindest nicht offiziell. Aber denkt dabei immer an die Verhütung und den AIDS-Schutz.
Schöner leben ohne Kirche
by Harry Kayne on Feb.08, 2010, under Gesellschaft
Wie schön könnte unser Leben sein, wenn wir endlich aufhören würden, an irgendeinen allmächtigen Opa im Himmel zu glauben. Und mit der gleichen Konsequenz: Tun wir den Saftladen namens Kirche doch gleich da hin, wo er hingehört – auf den Scheiterhaufen. Unser Leben wird danach echt besser. Hier ein paar Beispiele:
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Macht sogar den Himmel hässlich - die Kirche (Foto: Christoph Mühlmann/BilderPics)
Wir bräuchten keine dämlichen Kriege mehr darüber zu führen, welcher Gott denn nun der wahre sei. Keine drückenden Sprengstoffgürtel mehr unterm Kaftan, keine modernen Kreuzzüge mehr, und vielleicht wäre auch der Rambazamba in Afghanistan bald durch. Dagegen könnten wir uns endlich wieder wegen der schönen Dinge im Leben gegenseitig töten: Frauen, Kleingeld, Schimpfworte, Fußball und Neid.
Neuer bedenklicher Trend: Das Scheiße-Labern
by Harry Kayne on Feb.04, 2010, under Gesellschaft
Wie schön war doch die Zeit, als interviewte Menschen noch wirklich Substanz in ihre Worte legten, vor dem Reden nachdachten und sich nicht als abgehobene Bessergestellte präsentierten. Das ist heute anders. Heute gibt es die Scheiße-Laberer.
Jüngstes Beispiel ist unser Volksvertreter (!) Philipp Rösler, seines Zeichens Gesundheitsminister. „Sonst kann man ja auch wechseln“, schnöselte der Aufsteiger besorgten Normalsterblichen entgegen, die vom Dauerblechen an die Krankenkassen berechtigterweise die Schnauze voll haben.
Dass es langsam schwierig wird, eine Krankenkasse zu finden, die nicht andauernd die Gichtgriffel aufhält, das käme dem FDPler nicht in den Sinn. Wie auch? Seine Wähler sind zum größten Teil privat krankenversichert und auf drei Heiermänner im Monat nicht wirklich angewiesen. Ob Rösler selbst auch den Gruppentarif nutzt, den die FDP-Flitzpiepen bei der DKV bekommen? Wer weiß. Es würde zumindest seine Antwort erklären.
Mensch Brangelina, nun trenn dich doch endlich
by Harry Kayne on Feb.02, 2010, under Gesellschaft
Ihr kriegt es einfach nicht gebacken, oder? Mein lieber Brad Pitt, meine liebe Angelina Jolie, kapiert ihr denn nicht, dass die Welt eure Trennung will? Die britische Regenbogenpresse erfindet alle vier Stunden ein neues Trennungsgerücht, und die ganze Welt stimmt kurz darauf in den Chor ein. Sicherlich, irgendwann werden sie damit richtig liegen, spätestens dann, wenn einer von euch in der Kiste liegt. Aber ihr könntet ihnen schon etwas zeitiger die Genugtuung geben, endlich Recht zu haben.
Glückliche Beziehungen sind uns allen ein Gräuel. Die Gemeinschaft kann euer Dauergrinsen, die vielen Kinder und Harmonie einfach nicht ausstehen. Ihre Helden heißen Boris Becker, Lothar Matthäus und Lindsay Lohan. Seht es doch endlich ein. Selbst Tim Robbins und Susan Sarandon haben sich getrennt – endlich. Hat lange genug gedauert.
Der neue Trend: Age gapping
by Harry Kayne on Jan.13, 2010, under Gesellschaft
Ich habe verstanden. Der neue Trend in Sachen Paarungsbereitschaft in Deutschland geht zum Altersunterschied. Und damit meine ich nicht die lumpigen neun Jahre, die die beste Freundin von allen und mich trennen.
Nein, ich meine die vielen Jahrzehnte, die sich Paare neuerdings gern zwischen ihre Geburtsdaten schieben. „Age gapping“ – das heißt auf deutsch „Alt sucht jung“, „Runzelaugust bumst Faltenfrei“ oder auch „Spannkraft trifft Lebensfinalisten“.
Demi Moore und Ashton Kutcher hatten wir damals noch belächelt. Aber dann kam Münte und legte mit seiner gut 40 Jahre jüngeren SPD-Gespielin die Latte bereits unerreichbar hoch.
Eine irische Politikerin lässt sich mit knapp 60 Jahren noch einmal kräftig von einem 19-jährigen Bengelchen durchorgeln. Simone Thomallas Neuer ist 19 Jahre jünger. Wie erbärmlich erscheint dagegen Wladimir Klitschko mit seinem Age gap von 13 Jahren. Schäm dich, Wlad.
Die Wetter-Weicheier vom Radio
by Harry Kayne on Jan.06, 2010, under Gesellschaft
„Es ist bitterkalt draußen“, tönt der Radio-Moderator morgens nach den Nachrichten, um dann gleich nachzulegen: „Minus drei Grad Celsius.“ Wow, bei diesem Wetter friert mir noch gar nichts ein, außer meinen Gesichtszügen.
Wie kommt eigentlich der Tiefdruck-Schwafler darauf, läppische minus drei Grad wären bitterkalt? Auch die Moderations-Azubis der anderen Hamburger Radiostationen, wie „NDR 2“, „Radio Hamburg“ oder „Das neue Alster-Radio“ sind nicht gerade hart im Nehmen, was die Außentemperaturen betrifft. Wahrscheinlich haben sie Angst, dass ihnen die zwei restlichen Gehirnzellen einfrieren, die ihre Laberei bisher noch überlebt haben.
Vielleicht hat das Ganze auch mit der Hamburger Weichheit zu tun. Nicht umsonst hat der Amerikaner nach dem Hanseaten ein lappiges Weichbrötchen benannt. Er ist halt nur das maritime Regenwetter gewohnt. Kontinentale Auswüchse wie große Hitze im Sommer und etwas kühlere Luft im Winter sind ihm fremd. Da kann die Birne schon mal festrosten.



