Politik
Warum krakelen die Griechen eigentlich so?
by Harry Kayne on Feb.26, 2010, under Finanzen, Politik
Kann mir eigentlich mal jemand erklären, warum unsere lieben Euro-Bomber vom Peloponnes gerade so rumschreien wie am Souvlaki-Spieß? Ich kann es nicht.
Immerhin haben sie sich finanziell übernommen, ihre staatlichen Finanzen aber mithilfe unserer Lieblingsgroßbank Goldman Sachs geschönt. Und so richtig geleistet haben sie in jüngerer Vergangenheit auch nichts. Okay, sie waren Europameister, aber selbst dafür brauchten sie einen deutschen Trainer.
Dann wagt es das personifizierte Böse, also Deutschland, sie zu kritisieren, und sie holen das alte Totschlag-Schäm-Dich-Symbol aus der Tasche: Das Hakenkreuz. Schon komisch, diese Logik.
Also wenn mich jemand erhellen kann, warum die Deutschen wieder an allem Schuld sind und unser Land mal wieder nur aus Nazis besteht, der schreibe mir bitte oder nutze die Kommentar-Funktion.
Danke.
Offener Brief an Guido Westerwelle
by Harry Kayne on Feb.12, 2010, under Politik, Wirtschaft
Lieber Herr Westerwelle,
ich schreibe Ihnen als Vertreter des von Ihnen so geschätzten Mittelstands. Ich bin zwar keine verheiratete Kellnerin, zähle mich aber zur arbeitenden Bevölkerung und nicht zu den faulen Kackbratzen, die sich mit Hartz IV auf die faule Haut legen (gefällt Ihnen die Wortwahl?).
Zunächst muss ich Sie jedoch fragen: Haben Sie eigentlich ihr Gehirn eingeschaltet, es vielleicht sogar irgendwann mal benutzt, oder haben Sie einfach nur nicht alle Tassen im Schrank? Gerade letzteres liegt ein bisschen auf der Hand. Denn die Hartz-IV-Unterstützung mit einem anstrengungslosen Wohlstand zu vergleichen, erfordert entweder eine Menge Fantasie oder eben jene Weltfremdheit, die in unserer Politiklandschaft leider schon viel zu stark um sich greift.
Ich will jetzt auch staatliche Hilfe
by Harry Kayne on Feb.10, 2010, under Politik, Wirtschaft
Ort meiner Erlösung - das Bundesministerium der Finanzen in Berlin (Foto: Peter Kuley/Wikipedia)
Ich habe einen Plan, wie ich meine chronische Unterfinanzierung endlich in den Griff bekomme. Ich beantrage Staatshilfe. Ich denke, anderthalb Millionen Euro reichen für die kommenden zehn Jahre oder so aus. Das heißt, wenn ich es nicht einem Finanzberater in der Bank anvertraue.
Die Voraussetzungen für staatliche Hilfe erfülle ich ja: Ich verprasse leidenschaftlich gerne Geld. Ich habe nichts Vernünftiges gelernt, schon gar nicht aus eigenen Fehlern. Ich halte sehr viel von mir, und täglich wird es mehr. Und zur Not gehe ich auch mal mit einem Politiker ins Bett.
Mensch Google, bist du blöd
by Harry Kayne on Jan.14, 2010, under Politik, Wirtschaft

Google in China (Bild: Screenshot)
Unser weltgrößtes Trüffelschwein Google hat es einfach nicht kapiert. Da will es sich tatsächlich aus dem am schnellsten wachsenden Internetmarkt der Welt, China, zurückziehen. Und das alles nur, weil die rote Regierung ein paar Email-Konten ausbaldowert hat und Google seine Suchfunktionen selbst zensieren soll. Tibet, Dalai Lama und die tägliche Gewalt gegen Regime-Gegner sollen ja im Land der Mitte nicht gerade im Mittelpunkt stehen.
Okay, auch ich würde mir selbst nur ungern die Eier abschneiden, insofern kann ich Googles Verstimmung nachvollziehen. Aber gleich komplett eingeschnappt den Sucher einziehen? Immerhin ist es heute ein wichtiger Trend, den Jungs aus Peking so tief in den Arsch zu kriechen, bis man dem Reis beim Verdauen zusehen kann. Denn China hat Macht, China hat Produktionsmittel, und China hat eine riesige Bevölkerung, die sich auch mal einen Fernseher und einen Computer leisten will. Was stören da schon die nicht vorhandenen Manieren?
Der peinliche Neid auf und zu Guttenberg
by Harry Kayne on Dez.14, 2009, under Politik
War ja zu erwarten: Da haben wir endlich mal einen Minister unter 60, der beim Volk beliebt ist, und der eine Meinung vertritt, mit der sich auch ein Normalsterblicher identifizieren kann. Und schon will das Politbüro ihn absäbeln.
Es sind allerdings schon ein paar dicke Dinger, die sich Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg geleistet hat. Er ist nicht so hässlich wie Trittin, nicht so farblos wie Steinmeier und kann besser Englisch als Westerwelle. Okay, letzteres kann meine kleine Nichte auch schon. Er hat wirtschaftlich den Durchblick, erkennt Kriege, wenn er sie sieht, und will dem Land offenbar wirklich dienen – drei weitere Eigenschaften, die nicht in der Job-Beschreibung für einen Minister zu finden sind.
Was aber für einen herkömmlichen deutschen Politiker schon an Königsmord grenzt: Guttenberg gibt Fehler zu und hat sogar die Frechheit, sich für diese auch noch zu entschuldigen.
Opels Schicksal und General Motors’ Stinkefinger
by Harry Kayne on Nov.04, 2009, under Politik, Wirtschaft
Herrlich, jetzt haben die amerikanischsten aller Autobauer einmal mehr gezeigt, was sie von deutschen Wünschen, Bevormundungsversuchen und Sozialverträglichkeit halten: Nichts. Lang und dick wie ein Auspuffrohr recken sie ihren Stinkefinger gen Bundesregierung und ihre vielen Opel-Wünsche und hinterlassen damit bloßes Entsetzen. Vor allem bei denen, die mit wirtschaftlichen Zusammenhängen nicht so ganz üppig bestückt sind. Und das sind nicht wenig.
General Motors will also doch den deutschen Vorzeigebetrieb Opel behalten und wird ihn wahrscheinlich auf die amerikanische Art sanieren. Es wird also Tote geben und mindestens jede Menge Arbeitsplätze weniger. Wer so naiv war, zu meinen, er könnte die Entscheidungen der General-Strategen beeinflussen oder mit deutschem Steuergeld bestechen, der weiß es nun besser. Peinlich und irgendwie lustig zugleich. Wenn es nicht so traurig wäre.



