Wirtschaft
Mein Urlaub für den Aufschwung
by Harry Kayne on Aug.20, 2010, under Wirtschaft
Ursula Frerichs vom Unternehmerverband mittelständische Wirtschaft hat Recht: Wir alle sollten auf zwei Wochen Urlaub verzichten. Das heißt, wenn wir sie überhaupt noch genommen haben. Alles für den Aufschwung. Denn er ist alles, was wir Deutschen noch haben. Für ihn lohnt es sich zu leben und totzuarbeiten.
Ich gehe noch etwas weiter und möchte hiermit komplett auf meinen Urlaub verzichten. Für die Konjunktur. Und um noch mehr zu leisten, werde ich meinen Haushalt auflösen, um künftig im Büro zu übernachten. Ich steige auf Fastfood um. Weg mit elend langen Mittagspausen. Sie schädigen nur unsere glorreiche Wirtschaft. Vorbei ist es auch mit anderen Zeitfressern wie Fernsehen, Sport, Kino. Ich will arbeiten und nicht einkaufen. Ach nein, shoppen sollen wir ja immer noch. Einer muss den Mist ja kaufen, den die Unternehmen fabrizieren.
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Psst! DHL braucht Ruhe
by Harry Kayne on Aug.09, 2010, under Wirtschaft
Wie sollte ich die Kontakt-Politik der Päckchenwerfer von DHL sonst verstehen? Hier will der Teil eines ziemlich großen und fetten Konzerns, der sich Deutsche Post nennt, nicht weiter belästigt werden.
Wenn ich als Kunde eine Frage habe und die Herrschaften telefonisch wecken will, kostet mich das 14 Cent in der Minute. Soviel sollte mir eine Audienz beim Päckchen-Papst schon wert sein.
Okay, war es mir nicht, weshalb ich den Kontakt per Email wählte. Dass das ausgerechnet bei der Post gar nicht gut ankommt, hätte ich mir schon vorher denken müssen. Die Anfrage im Mai gestellt, warte ich noch heute auf Antwort oder gar Stellungnahme. Ich hatte das verbale „Bitte nicht stören!“-Schild fahrlässig ignoriert.
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Die Eier der Deutschen
by Harry Kayne on Apr.20, 2010, under Wirtschaft
Mal wieder eine besonders schöne Nachricht zum Thema: Bekloppte Wirtschaft. So berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis) neulich, Deutschland habe im vergangenen Jahr 7 Milliarden Eier importiert, im selben Zeitraum aber 1,6 Milliarden Eier ausgeführt.
Was soll dieser Eiertanz? Sind den Deutschen ihre eigenen Eier nicht mehr gut genug? Ist es gut für seinen Geschmack, wenn man ein Ei vor dem Verzehr quer durch Europa karrt?
Um das Problem mal bei den Eiern zu packen: Hier wird mal wieder aus niedersten Gründen (Profit) eine Menge Diesel für nichts verblasen. Anstatt die Eier gleich da in die Pfanne zu hauen, wo sie auch gelegt werden, ziehe ich mir halt lieber die hochwertigeren (oder einfach billigeren) Eier eines Franzosen rein. Oder wessen Gelege auch immer. Und dafür lasse ich den Italiener oder Polen einfach an meine Eier.
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Stell dir vor, China führt Krieg, und keiner merkt’s
by Harry Kayne on Apr.07, 2010, under Politik, Wirtschaft
Was müssen die gelben Lümmel aus dem Reich der gefühlten Mitte eigentlich noch anstellen, damit endlich mal jemand schnallt, was hier eigentlich läuft? Die Redakteure vom SPIEGEL haben wohl als Einzige schnell kapiert, was die letzten Kommunisten mit dem Rest der Welt gerade veranstalten: Sie führen Krieg. Und selten war ein Krieg kälter und cleverer als jetzt – und effektiver.
Jahrzehntelang lang mimten die Jungs mit den hübschen Schirmmützen das sozialistische Land, das nix auf die Reihe kriegt. Was folgte? Die selbstlosen Kapitalisten aus dem Westen überließen den gebeutelten Chinesen opferbereit die Verantwortung, den Rest der Welt mit Autos, Klopapier, billigen Kettensägen und Puppen zu versorgen. Immer schön die Produktion ins billige China auslagern. Man will ja schließlich konkurrenzfähig bleiben und fit für die Zukunft. Kapitalismus ist schon was feines.
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Helden der Konjunktur: Die Generation Wegschmeiß
by Harry Kayne on Mrz.26, 2010, under Gesellschaft, Wirtschaft
Ich freue mich immer wieder, dass es noch Menschen gibt, die sich für das Wohl und Weh der deutschen Konjunktur interessieren und sie nach Kräften stimulieren.
Ein schönes Beispiel ist die neue Generation Wegschmeiß – junge Menschen, die nach Herzenslust Dinge in die Mülltonnen verklappen, die ihnen nicht mehr passen. Darunter sind mit Vorliebe Nahrungsmittel, die sich bereits bedrohlich dem Mindesthaltbarkeitsdatum genähert haben. Die Passage „Mindest“ in diesem Wort konsequent missachtend, feuern sie die subjektiv schon völlig verranzte Salami weg. Sicher ist sicher.
Das gleiche passiert mit angebrochenen Packungen. Ein Brot, das schon sagenhafte zwei Tage in der Küche liegt, kann einfach nicht mehr essbar sein, lautet die These der Wegschmeißer. Fluchs muss ein neues her. Selbes gilt natürlich auch für Käse und sogar Sekt. Könnte ja sein, dass sich schon übermorgen eine leichte Schimmelschicht darauf bildet – oder eben auch nicht. Ist ja auch Wurst.
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Offener Brief an Guido Westerwelle
by Harry Kayne on Feb.12, 2010, under Politik, Wirtschaft
Lieber Herr Westerwelle,
ich schreibe Ihnen als Vertreter des von Ihnen so geschätzten Mittelstands. Ich bin zwar keine verheiratete Kellnerin, zähle mich aber zur arbeitenden Bevölkerung und nicht zu den faulen Kackbratzen, die sich mit Hartz IV auf die faule Haut legen (gefällt Ihnen die Wortwahl?).
Zunächst muss ich Sie jedoch fragen: Haben Sie eigentlich ihr Gehirn eingeschaltet, es vielleicht sogar irgendwann mal benutzt, oder haben Sie einfach nur nicht alle Tassen im Schrank? Gerade letzteres liegt ein bisschen auf der Hand. Denn die Hartz-IV-Unterstützung mit einem anstrengungslosen Wohlstand zu vergleichen, erfordert entweder eine Menge Fantasie oder eben jene Weltfremdheit, die in unserer Politiklandschaft leider schon viel zu stark um sich greift.
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