Mir reicht’s! Ich trete zurück
von Harry Kayne am Jun.18, 2010, unter Politik
Deutschland ist im Rücktrittsfieber. Jeder, der irgendwie was verbockt hat, irgendwo gegen eine Wand gelaufen ist, einschnappt oder einfach keinen Bock mehr auf die ganze Scheiße hat, tritt heutzutage ab: die hessische Spätlese Roland Koch, der weinende Horst Köhler, vielleicht bald der gescheiterte Philipp Rösler und hoffentlich auch der unmögliche Guido Westerwelle. Ein neuer Trend hat Deutschland erfasst: Statt dem Schritt nach vorn gibt es nun den Tritt zurück.
Ich schließe mich der Sache an und trete ebenfalls zurück, als Bürger der Bundesrepublik, als Steuerzahler, als Denkender – als Blogger aber nicht. Ich distanziere mich entschieden von diesem Land und seiner Führung. Ich werde meine Steuern nicht mehr zahlen und ab heute nur noch neben den Bürgersteigen gehen. Okay, die öffentlich-rechtlichen Sender schaue ich eh schon nicht, aber ab jetzt kann die GEZ mal gepflegt die Steuern für ihren Florian Silbereisen woanders kassieren, bei mir nicht mehr.
Freizeitwoche mit peinlichem Meyer-Landrut-Nicht-Skandal
von Harry Kayne am Jun.13, 2010, unter Unterhaltung
Was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei? Die Blödheit oder der BILD-Leser? Der Star oder die peinliche Suche nach dem Skandal? Im Fall der aktuellen Titelzeile der „Freizeitwoche“ ist es unklar. Denn unverfroren bringt das Wurstblatt auf dem Titel ein Foto unserer Eurovision-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut mit der Schlagzeile „Riesen-Skandal – was bisher niemand wusste“.
Ein Blick ins Schmierheft offenbart jedoch schnell die Mogelpackung. Denn es geht mitnichten um irgendeine Enthüllung über die kleine Meyer-Landmaus. Vielmehr eiern die Autoren herum, die Meyerin wäre ja noch so jung, und der böse Stefan Raab ja so karrieregeil, dass er sie bestimmt ausnutzen wird. Und was erstmal die bösen Medien mit dem Jungtalent noch anrichten werden – schrieb’s und liefert gleich mal ein Paradebeispiel, wie man ohne eine Neuigkeit, ohne einen Skandal und mit reiner Spekulation Auflage zu schinden versucht. Was war zuerst da: Niederträchtige Medien? Die Warnung davor? Oder die Freizeitwoche?
Horst Köhler tritt ab – sein Preis für die Wahrheit
von Harry Kayne am Mai.31, 2010, unter Politik
Unser Bundespräsident Horst Köhler tritt zurück. Und alles nur, weil er den Krieg … Verzeihung … den Militäreinsatz in Afghanistan mit wirtschaftlichen Interessen in Zusammenhang gebracht hat. Irgendwie schade um ihn, aber doch so vermeidbar.
Mensch Hotte, alter Braini, du müsstest doch wissen, dass man hier in Deutschland für die Wahrheit immer eins auf die Fresse kriegt. Das hat auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann vor ein paar Tagen schmerzhaft mitgekriegt, als er sich zu Griechenland geäußert hat. Eigentlich hat auch er nur gesagt, was jeder schon weiß, sich aber lieber im Stillen denkt. Würde Ackermann nicht in einem Privatunternehmen arbeiten, er wäre schon weg.
Schöne neue Welt – Dank implantiertem Chip
von Harry Kayne am Mai.28, 2010, unter Gesellschaft
Okay, jetzt hat sich ein britischer Forscher einen Chip nebst Virus hinter das Bindegewebe gehauen. Und in der Tat ist es bedrückend, wie leicht diese drahtlos lesbaren Dinger zu manipulieren gehen.
Andererseits kann man durch Chips direkt am Gehirn sicherlich eine Menge bewirken. Stellt euch vor: Durch einen speziellen Chip hätten wir wieder Schulabgänger, die kopfrechnen und vielleicht sogar schreiben können. Guido Westerwelle könnte vielleicht sogar doch noch Englisch lernen. Wirtschaftsbosse wären plötzlich zu der einen oder anderen Emotion fähig, Politiker könnten Menschenverstand lernen. Eine Welt der unbegrenzten Möglichkeiten stünde uns plötzlich offen.
Ich freue mich drauf und melde mich schon mal für einen Wachstums-Chip an.
Akustik-Terror täglich – Jugend braucht Lala
von Harry Kayne am Mai.25, 2010, unter Gesellschaft
Wissenschaftliche Versuche haben ergeben, dass ein durchschnittlicher Jugendlicher ab 12 Minuten in völliger Stille bereits anfängt, nervös zu zucken. Ab Minute 26 drehen sich die Pupillen nach innen. Weitere 13 Minuten später bilden sich Krämpfe. Und in Minute 45 stellt sich – sofern vorhanden – der Hirntod ein. Schön ist das nicht.
Und der Einschlag in die Umwelt ist enorm. So passiert nicht selten folgendes: Ihr sitzt ahnungslos in der Untergrundbahn, und ganz plötzlich bläkt ein Handy los. Aus einem mickrigen, minimalistischen Mikrolautsprecher plärrt eine orientalische Melodei, die selbst die Kreuzritter ganz sicher in die Flucht geschlagen hätte. Sie ist ein Zeichen der Halbstarken, der Jugend, unserer Zukunft.
Bayern-Quatsch: Der Irrtum des Louis van Gaal
von Harry Kayne am Mai.21, 2010, unter Sport
Was lese ich heute? FC-Bayern-Trainer Louis van Gaal behauptet, ganz Deutschland stehe hinter seinem Verein? Es tut mir Leid, aber was der dickliche Holland-Import da in seinem jugendlichen Leichtsinn absondert, stimmt nicht. Ich werde in meinem gesamten restlichen Leben niemals hinter Bayern stehen.
Natürlich sagen viele, man müsse doch international immer für die deutsche Mannschaft sein. Doch wenn sich der Freistaat Bayern im täglichen Leben sowieso immer seine Extra-Weißwurst brät, warum sollte er plötzlich im Fußball zu Deutschland gehören?
Ich wünsche Bayerns Gegner – wer ist es eigentlich diesmal? – von Herzen alles Gute.
Aber wahrscheinlich erhört der Fußballgott mich nicht und lässt die Bayern die Champions League gewinnen. Und danach werden sie unausstehlich sein…
…noch mehr als jetzt.



