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Massaker im Privatfernsehen: Geschnetzelter Lothar Matthäus
by Harry Kayne on Jul.21, 2010, under Gesellschaft
Es war ein erbärmliches Schauspiel, das ich im Privatfernsehen mit ansehen musste. Eine skandalgeifernde Reporterin reichte unser aller Lothar Matthäus ein paar Fotos, auf denen sich seine Frau Liliana auf die Badehose eines anderen Mannes setzt. Natürlich als er sie anhat. Selbstredend war unser Watschen-Lothar geknickt und rang nach Worten.
Nur selten ging sogenannter Journalismus niederträchtiger und menschenverachtender mit einem Menschen um, als in dieser Minute. Jede Regung in Matthäus’ Gesicht sog die Kamera gierig auf. Und irgendwie konnte ich den Chefredakteur förmlich fluchen hören: „Scheiße, der heult ja immer noch nicht!“ Und die Frau vor der Kamera begann, rücksichtslos zu bohren. Irgendwie war ja der Lothar auch schon ganz schön lange verheiratet.
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Wie geht es eigentlich der Schweinegrippe?
by Harry Kayne on Mai.03, 2010, under Gesellschaft
Vor gut einem halben Jahr war sie noch der Star aller Grippen, omnipräsent in den Medien und angeblich so verflucht tödlich wie ein Rudel Taliban. Nun ist es still geworden um den einstigen Aufreger.
Zu Recht: Die Anzahl an Leichen ist weit hinter den offiziellen Konsensschätzungen zurückgeblieben. Was bleibt, sind ein Rekordergebnis für GlaxoSmithKline und 239 Tote, von denen die meisten dem Jenseits eh schon näher waren als ein Islam-Kritiker.
Machen wir uns nichts vor. Die Schweinegrippe hat unsere Erwartungen nicht erfüllt, und musste zu Recht ihre Dauerkarte auf Medienpräsenz wieder abgeben. Enttäuscht vom Showgeschäft zog sie sich zurück, um sich selbst zu suchen.
Inzwischen hat sich Schweini, wie ihre Freunde sie nennen, für die nächste Staffel vom Dschungel-Camp „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ beworben. Zuvor macht sie eine Stippvisite, um ihren Kollegen, die Geisteskrankheit, im Big-Brother-Containerdorf zu besuchen.
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Zum Würgen: Die drei nervigsten Themen unserer Zeit
by Harry Kayne on Nov.05, 2009, under Gesellschaft
Ich kann es einfach nicht mehr hören. Es reicht wirklich. Auszeit! Und wenn ich noch allzu viele Berichte darüber höre, werde ich wahrscheinlich im hohen Bogen in die Alster reihern oder dem nächsten Opel, den ich finde, einen großen Haufen auf die Motorhaube scheißen.
Gibt es denn wirklich keine anderen berichtenswerten Entwicklungen als die Pleite von Quelle, den Beschiss bei Opel und die so irre tödliche Schweinegrippe? Und ehrlich: Bei genauem Hinsehen entpuppen sich die dramatischen Geschehnisse als ziemlich öde Stories, die gerademal als Pausenfülle zwischen zwei Werbespots taugen.
Denn Quelle hat nunmal der unsägliche Geldfinger Thomas Middelhoff endgültig in die Middle of the Grütze geritten. Allerdings stehen die versiegenden Arbeitsplätze noch immer in keinem Verhältnis zu dem Kahlschlag, der im vergangenen Jahr im Mittelstand veranstaltet wurde.
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Gäähn – so eine grausige Schweinegrippe aber auch
by Harry Kayne on Okt.22, 2009, under Gesellschaft
Oh Gott, die böse böse Schweinegrippe, ich habe ja solche Angst. Wäre ich ein Schwein, ich glaube, ich wäre vorsichtshalber schon tot.
Aber nach Studium der neuesten Pressemitteilungen geht es mir schon deutlich besser. Denn die wichtigsten Bevölkerungsgruppen werden zuerst geimpft: Politiker, Polizisten und „Bild“-Redakteure. Wobei ich bei letzteren noch ein paar ganz andere Behandlungen zusätzlich empfehlen würde.
Wow, die Schweinegrippe wütet, sie tötet, sie verbreitet Panik. Schreiben zumindest die Zeitungen. Nur wo? Ich habe noch niemanden getroffen, der ernsthaft über eine Impfung nachdenkt. Wahnsinnige zwei Tote in Deutschland soll es schon gegeben haben. Wobei die eine fett wie zwei Wildecker Herzbuben war, geraucht hat und Zucker hatte. Also praktisch betrachtet war die schon kalt, die Grippe hat nur etwas nachgeholfen.
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Wer war zuerst da, „Bild“ oder der Klaps auf den Po?
by Harry Kayne on Sep.28, 2009, under Gesellschaft
„Der Klaps auf den Po macht dumm“, titelt unser zuverlässig kritisches Tages-Magazin „Bild“ heute im Internet. Kindern, die regelmäßig die Backen voll kriegen, schlägt die regelmäßige Tracht schon mal aufs Gehirn, heißt es dort. Ihr IQ unterscheidet sich dann nur noch unwesentlich von der Intelligenz, sagen wir einer Kader Loth.
Nur, an wen ist die Zeile gerichtet? Wer zu oft verjackt wurde, ist blöd, liest die „Bild“, wird dadurch noch blöder und erfährt nun, warum sein Gehirn dem eines Tausendfüßlers ähnelt? Oder anders: Jemand ist intelligent, weil er nicht verdroschen wurde, liest trotzdem die „Bild“, wird dadurch doof, und wundert sich nun. Auch irgendwie bescheuert. Oder so: Jemand wurde nur selten verbeult, ist intelligent, liest keine „Bild“ und erfährt nun nicht von seinem Glück. Nein, so kommen wir nicht weiter.
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Bild und die Schweinegrippe: Es fehlt nur das „Hurra“
by Harry Kayne on Sep.02, 2009, under Gesellschaft
Zynischer geht es kaum. „Erster Deutscher in Lebensgefahr“ titelte das seriöse deutsche Informationsmagazin „Bild“ heute Morgen fett auf der ersten Seite. Und ich vermute einmal, dass die Worte „Na endlich“ oder „Hurra!“ einfach nicht mehr in die Schlagzeile gepasst haben. Und wie viel die Firma Roche für den freundlichen Hinweis auf die tolle Wirkung von Tamiflu bezahlt hat, bleibt wohl offen.
Kaum ein Wurstblatt hat sich bisher so skandal-geil und reißerisch auf die vermeintliche Todesgrippe gestürzt wie „Bild“. Nur leider gab es bis jetzt in Deutschland noch keine Toten zu zählen. Schade. Na wenigstens haben weltweit ein paar Opfer gnädig für ein paar Schlagzeilen den Löffel weggeschmissen.
Was kommt nun noch? Vielleicht die Schlagzeilen: „Bald haben wir alle Schweinegrippe!“, „Pharmaindustrie fordert mehr Grippe-Tote“ oder auch „Bild gratuliert dem 100. Grippe-Toten“. Denkbar wäre es.
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