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	<title>Wörterkraftwerk &#187; hartz iv</title>
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	<description>über den Wahnsinn unserer heutigen Gesellschaft</description>
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		<title>Offener Brief an Guido Westerwelle</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 12:24:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harry Kayne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Lieber Herr Westerwelle, ich schreibe Ihnen als Vertreter des von Ihnen so gesch&#228;tzten Mittelstands. Ich bin zwar keine verheiratete Kellnerin, z&#228;hle mich aber zur arbeitenden Bev&#246;lkerung und nicht zu den faulen Kackbratzen, die sich mit Hartz IV auf die faule Haut legen (gef&#228;llt Ihnen die Wortwahl?). Zun&#228;chst muss ich Sie jedoch fragen: Haben Sie eigentlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Westerwelle,</p>
<p>ich schreibe Ihnen als Vertreter des von Ihnen so gesch&auml;tzten Mittelstands. Ich bin zwar keine verheiratete Kellnerin, z&auml;hle mich aber zur arbeitenden Bev&ouml;lkerung und nicht zu den faulen Kackbratzen, die sich mit Hartz IV auf die faule Haut legen (gef&auml;llt Ihnen die Wortwahl?).</p>
<p>Zun&auml;chst muss ich Sie jedoch fragen: Haben Sie eigentlich ihr Gehirn eingeschaltet, es vielleicht sogar irgendwann mal benutzt, oder haben Sie einfach nur nicht alle Tassen im Schrank? Gerade letzteres liegt ein bisschen auf der Hand. Denn die Hartz-IV-Unterst&uuml;tzung mit einem anstrengungslosen Wohlstand zu vergleichen, erfordert entweder eine Menge Fantasie oder eben jene Weltfremdheit, die in unserer Politiklandschaft leider schon viel zu stark um sich greift.</p>
<p>Soweit ich das mitbekommen kann, wollen die Karlsruher Robentr&auml;ger lediglich verhindern, dass Hartz-IV-Empf&auml;nger und vor allem ihre Kinder mit dem Job auch gleichzeitig ihre W&uuml;rde verlieren. Denn Kinder, lieber Herr Westerwelle, k&ouml;nnen schlecht drei Jahre lang mit denselben Schuhen umherlaufen, wie wir Erwachsene es k&ouml;nnten. Zumindest nicht, ohne irgendwann ziemlich deformierte F&uuml;&szlig;chen zu bekommen.</p>
<p>Und Kinder m&uuml;ssen mit ihren Freunden auch mal ins Kino oder die Milchbar, damit sie nicht ganz vom gesellschaftlichen Treiben ausgeschlossen sind und zum Amokl&auml;ufer werden. Aber das werden Sie ja sicherlich wissen.</p>
<p>Vielmehr stellt sich die Frage, warum die von Ihnen zitierte Kellnerin so wenig Asche mit nach Hause bringt. Warum der Fensterputzer, der Supermarkt-Angestellte, die Bettensch&uuml;ttlerin im Hotel und der Friseur kaum von ihrer Maloche nur so wenig haben wie der von Ihnen kritisierte Hartz-IV-Empf&auml;nger. So rum wird ein Schuh draus.</p>
<p>Die L&ouml;sung liegt im Verhalten von Unternehmern und damit auch vieler Ihrer W&auml;hler. Es geht um Alois M&uuml;ller, die Gebr&uuml;der Albrecht, Anton Schlecker und auch Kleinunternehmer wie den Kneipier und den Friseur um die Ecke. Sie alle wollen von Ihnen, Herr Westerwelle, niedrigere Steuers&auml;tze. Aber fragen Sie sie doch mal bitte, warum sie ihren Angestellten solche Hungerl&ouml;hne zahlen. Mit dem unternehmerischen Gedanken hat das nicht mehr viel zu tun.</p>
<p>Meine Antwort: Weil Gier inzwischen als gut gilt und vor allem als schick. Vorgelebt von Bankern, Unternehmern, Managern und Politikern, wie auch Sie einer sind, rund um die Welt. Fairness gegen&uuml;ber dem Mitarbeiter z&auml;hlt nicht mehr, wie uns bereits allein t&auml;glich alle Superm&auml;rkte oder die Selbstmordwelle bei France Telecom schmerzhaft vor Augen f&uuml;hren. Wenn der lausige Arbeiter mehr will, kann er ja gehen. Sind ja genug andere da. Das ist die Hartz-IV-Mentalit&auml;t unserer Unternehmer.</p>
<p>Nein, lieber Herr Westerwelle. Die Frage lautet nicht, warum Hartz-IV-Empf&auml;nger so viel kriegen wie manche Arbeitnehmer, wenn es &uuml;berhaupt so ist. Die richtige Frage lautet, warum manche Arbeitnehmer genauso gefickt sind wie Arbeitslose.</p>
<p>Fragen Sie doch mal Ihre W&auml;hler.</p>
<p><strong>Mehr zum Thema: <a title="Das Grinsen des Guido Westerwelle" href="http://woerterkraftwerk.de/2009-09/das-grinsen-des-guido-westerwelle/" target="_self">Das Grinsen des Guido Westerwelle</a></strong></p>
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