Tag: medien
Jugendmedienschutzstaatsvertrag: Schwachsinns-Schutz statt Internet-Kultur
by Harry Kayne on Dez.01, 2010, under Gesellschaft, Politik
Nennen wir doch das Kind beim Namen: Der neue Jugendmedienschutzstaatsvertrag ist eine der fürchterlichsten und (Vorsicht – nicht jugendfreier Begriff!) beschissensten Exkremente, die den Mastdarm unserer lieben Volksregenten je verlassen haben. Unumsetzbar, umständlich und einige Kilometer am Ziel vorbei.
Schlimmer noch: Hochwertige Informationsplattformen müssen zum Jahresende schließen, weil sie es sich rein finanziell nicht leisten können, den Jugendmedienscheißvertrag zu erfüllen. Na toll. Somit kann nur noch ins Netz, wer auch die Kohle dafür hat. Deutlicher kann ein Tritt in den Hintern der Meinungsvielfalt nicht ausfallen. Getreten von Leuten, die das Internet noch für eine alte japanische Schmalfilmkamera halten.
Ausweiskontrolle oder Sendezeiten zwischen 20 und 6 Uhr oder Alterskennzeichen verlangt der Schuttvertrag – hat eigentlich jemand unseren Premiumministern mal erklärt, dass die alten Regeln aus Kino und Fernsehen im Netz nicht funktionieren? Dass sie nicht einmal mehr beim Fernsehen greifen, weil es viel zu vielen Eltern einfach egal ist, wann die Blagen vor der Glotze klucken?
zum vollständigen Text
Wie geht es eigentlich der Schweinegrippe?
by Harry Kayne on Mai.03, 2010, under Gesellschaft
Vor gut einem halben Jahr war sie noch der Star aller Grippen, omnipräsent in den Medien und angeblich so verflucht tödlich wie ein Rudel Taliban. Nun ist es still geworden um den einstigen Aufreger.
Zu Recht: Die Anzahl an Leichen ist weit hinter den offiziellen Konsensschätzungen zurückgeblieben. Was bleibt, sind ein Rekordergebnis für GlaxoSmithKline und 239 Tote, von denen die meisten dem Jenseits eh schon näher waren als ein Islam-Kritiker.
Machen wir uns nichts vor. Die Schweinegrippe hat unsere Erwartungen nicht erfüllt, und musste zu Recht ihre Dauerkarte auf Medienpräsenz wieder abgeben. Enttäuscht vom Showgeschäft zog sie sich zurück, um sich selbst zu suchen.
Inzwischen hat sich Schweini, wie ihre Freunde sie nennen, für die nächste Staffel vom Dschungel-Camp „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ beworben. Zuvor macht sie eine Stippvisite, um ihren Kollegen, die Geisteskrankheit, im Big-Brother-Containerdorf zu besuchen.
zum vollständigen Text
Zum Würgen: Die drei nervigsten Themen unserer Zeit
by Harry Kayne on Nov.05, 2009, under Gesellschaft
Ich kann es einfach nicht mehr hören. Es reicht wirklich. Auszeit! Und wenn ich noch allzu viele Berichte darüber höre, werde ich wahrscheinlich im hohen Bogen in die Alster reihern oder dem nächsten Opel, den ich finde, einen großen Haufen auf die Motorhaube scheißen.
Gibt es denn wirklich keine anderen berichtenswerten Entwicklungen als die Pleite von Quelle, den Beschiss bei Opel und die so irre tödliche Schweinegrippe? Und ehrlich: Bei genauem Hinsehen entpuppen sich die dramatischen Geschehnisse als ziemlich öde Stories, die gerademal als Pausenfülle zwischen zwei Werbespots taugen.
Denn Quelle hat nunmal der unsägliche Geldfinger Thomas Middelhoff endgültig in die Middle of the Grütze geritten. Allerdings stehen die versiegenden Arbeitsplätze noch immer in keinem Verhältnis zu dem Kahlschlag, der im vergangenen Jahr im Mittelstand veranstaltet wurde.
zum vollständigen Text
Pro7, Sat.1 und Kabel 1: We love to kassier you!
by Harry Kayne on Okt.28, 2009, under Unterhaltung
Und schon wieder versucht jemand, aus einem großen Haufen Scheiße Bonbons zu machen. Diesmal ist es der geschätzte Medienkonzern ProSiebenSat.1, der wohl demnächst Gebühren für seine gesendeten Kleinods erheben wird. Mit im Boot ist der Resteverwerter Kabel 1, auf dem die Fernsehmacher immer leicht verschämt die Spreu aus ihren Hollywood-Deals versenden.
Nur kommt mir die neue Ambition irgendwie so vor, als würde jemand auf dem Bahnhofsklo scheißen gehen und dafür noch eine Prämie verlangen. Wie sonst könnte ein Fernsehsender auf die Idee kommen, für die Gnade, die ihm mit jedem freiwilligen und nicht geisteskranken Zuschauer widerfährt, auch noch eine Gebühr abkassieren zu wollen. Hat den Herrschaften die Selbstüberschätzung das Gehirn verpestet? Oder haben sie allesamt zu oft und zu nah an den Sendemasten übernachtet? Man weiß es nicht.
zum vollständigen Text



